Unsere Hausbau-Fails: Diese Planungsfehler sind uns zu spät aufgefallen

Erfahrungen, die wir in unserem Lehner-Haus erst nach dem Einzug gemacht haben

Beim Hausbau muss man eine Entscheidung nach der anderen treffen: Grundriss und Kosten, Keller oder Bodenplatte, Position der Fenster, Ausstattung, Steckdosen, Küche, Bad, Türen, Bodenbeläge und vieles mehr. Man versucht, alles richtig zu machen, an möglichst viele Eventualitäten zu denken, vergleicht Angebote, fragt nach, entscheidet — und trotzdem gibt es Dinge, die einem erst auffallen, wenn das Haus fertig ist und man wirklich darin lebt.

Genau darum soll es in diesem Beitrag gehen: um unsere Hausbau-Fails, also um Planungsfehler und Details, die bei uns erst nach der Fertigstellung sichtbar wurden. Manche davon hätten wir als Bauherren vielleicht selbst früher erkennen können. Aber ganz ehrlich: Als Laie denkt man im Vorfeld an viele Details einfach nicht. Erst im Alltag merkt man, ob eine Planung wirklich funktioniert.

Wichtig ist uns an dieser Stelle: Wir machen Lehner Haus hier keinen pauschalen Vorwurf. Vielmehr ärgern wir uns auch über uns selbst, weil wir davon ausgegangen sind, in jeder Hinsicht fachkundig beraten zu werden. Das ist eines unserer größten Learnings aus dem Hausbau: Man darf sich nicht zu sehr auf die Baufirma, den Planer oder die Architektin verlassen.

Viele Dinge sollte man als Bauherr aktiv hinterfragen — auch wenn man vorher gar nicht weiß, welche Fragen eigentlich wichtig sind.

1. Fenster im Bad falsch geplant: Wenn das Waschbecken im Weg ist

Einer der ersten Punkte, der uns im Alltag aufgefallen ist: Im Bad ist das Fenster so platziert, dass es durch das Waschbecken nicht mehr vollständig geöffnet werden kann.

Wir hatten schon öfter davon gehört, dass so etwas in Küchen passiert, wenn der Wasserhahn vor dem Fenster im Weg ist. Dass uns genau dieses Problem nun ausgerechnet im Bad passiert ist, war im ersten Moment fast schon ironisch.

Auf dem Plan sah alles unproblematisch aus: Fenster da, Waschbecken daneben — passt. In der Realität merkt man dann aber: Sobald das Waschbecken montiert ist, fehlt dem Fenster der nötige Bewegungsraum. Es stößt an und lässt sich nicht mehr komplett öffnen.

Das ist keine dramatische Fehlplanung, aber ein typisches Beispiel für einen Hausbau-Fail, der im Alltag stört. Gerade im Bad möchte man nach dem Duschen auch mit Lüftungsanlage manchmal zusätzlich kurz lüften. Wenn das Fenster dann nur eingeschränkt nutzbar ist, ärgert man sich jedes Mal ein bisschen.

Rückblickend hätte man das Problem vermutlich leicht vermeiden können, indem man Toilette und Waschbecken tauscht. Genau solche Hinweise hätten wir uns in der Plandurchsprache eigentlich erhofft beziehungsweise erwartet.

Unser Bauherren-Tipp: Fragt euch bei der Planung nicht nur: „Wo kommt das Waschbecken hin?“, sondern achtet auch darauf, wie sich das Fenster öffnet, ob es ggf. Kollisionen mit Möbeln, Armaturen oder Sanitärobjekten gibt. Gerade bei kleinen Räumen wie Bad, Gäste-WC oder Hauswirtschaftsraum können wenige Zentimeter entscheidend sein.

2. Terrassentür in der Küche blockiert den Weg an der Kücheninsel

Ein weiterer Hausbau-Fail betrifft unsere Küche. Dort sind die Flügel der Terrassentür so geplant, dass man bei geöffneter Tür kaum noch an der Kücheninsel vorbeikommt. Auf dem Papier klingt das zunächst nicht nach einem großen Problem. Im Alltag ist es aber unpraktisch. Eigentlich ist der zweite Flügel der Terrassentür dadurch für uns nahezu überflüssig.

Hier zeigt sich sehr deutlich, wie wichtig es ist, die spätere Möblierung schon in der Planungsphase mitzudenken. Die Kücheninsel sah im Grundriss gut aus. Die Terrassentür sah im Grundriss ebenfalls gut aus. Auch der Abstand dazwischen wirkte ausreichend, um bequem um die Kücheninsel herumzugehen. Was wir aber nicht bedacht haben: Wie funktioniert der Raum, wenn die Terrassentür geöffnet ist?

Nebenbei sei erwähnt, dass Lehner Haus unsere Küchenplanung kannte. Sie war in der Plandurchsprache bereits im Plan eingezeichnet. Trotzdem wurde dieser Punkt nicht thematisiert.

Dabei hätten wir genügend Möglichkeiten gehabt. Man hätte die Kücheninsel etwas verschieben können. Oder die Position der Terrassentür. Alternativ wäre vielleicht auch eine Hebe-Schiebe-Tür eine sinnvolle Lösung gewesen. Nun ja — zu spät.

Unser Bauherren-Tipp: Überlegt euch bei der Hausplanung nicht nur, wo Möbel stehen. Spielt bewusst Alltagssituationen durch, z.B. wie lauft ihr künftig durch die Küche und wie werdet ihr euch dort bewegen? Was passiert, wenn eine Tür oder in diesem Fall die Terrassentür offen steht.

Überlegt euch, wie ihr die Räume nutzt. Denkt einmal bewusst durch, wie die Planung im Alltag funktionieren muss. Alternativ kann hier auch ein Grundriss in Lebensgröße helfen, oder ihr baut Räume grob mit Holzlatten im Garten auf, so haben wir es für das Badezimmer gemacht.

3. Hohe Stufe zum Balkon: Nicht das, was wir erwartet hatten

Bei der technischen Bemusterung beziehungsweise Plandurchsprache ging es auch um den Austritt auf unsere Balkone. Die Projektleiterin sagte uns damals, dass es aus konstruktiven Gründen eine Stufe auf die Balkone geben würde.

Das fanden wir schon damals überraschend. Allerdings hieß es, es gebe dazu keine Alternative. Also mussten wir das so hinnehmen, auch wenn wir immer wieder gehört hatten, dass man einen möglichst bodengleichen Ausgang in der Planung berücksichtigen könne. Gewünscht hätten wir uns genau das: einen komfortablen, möglichst schwellenarmen Austritt auf Balkon und Dachterrasse.

In unserem Kopf hatten wir die Vorstellung einer kleinen Schwelle. Tatsächlich ist daraus aber eine Stufe geworden, die ungefähr so hoch ist wie eine Treppenstufe — gut 30 cm. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Ein Balkon oder eine Dachterrasse soll sich eigentlich wie eine Erweiterung des Wohnraums anfühlen. Wenn man aber jedes Mal über eine hohe Stufe steigen muss, wirkt der Übergang weniger komfortabel. Besonders mit Tablett, Getränken oder später vielleicht auch im Alter kann so etwas schnell zur echten Einschränkung werden.

Natürlich gibt es bautechnische Gründe für Schwellen, Abdichtung und Aufbauhöhen. Genau deshalb hätten wir uns hier aber eine bessere Beratung gewünscht. Aus unserer Sicht hätte man frühzeitig sehr konkret sagen müssen:

„Achtung, hier entsteht eine sehr hohe Stufe. Wollen Sie das wirklich so? Es gibt folgende Möglichkeiten — oder bei dieser Bauweise eben keine Alternative.“

Bei uns wurde allerdings schnell klar, dass es bei Lehner Haus hierfür offenbar keine wirkliche Alternative gab beziehungsweise die Möglichkeiten begrenzt waren. Das würden wir beim nächsten Hausbau definitiv schon vor Vertragsschluss fragen.

Unser Tipp für Türen, Austritte und Schwellen: Nicht nur auf den Grundriss schauen. Bei solchen Themen sind Schnitte, Höhenangaben und Detailzeichnungen entscheidend.

4. Niedrige Terrassentüren zur Dachterrasse

Was beim Balkon-Austritt noch dazukommt und uns fast noch mehr ärgert: Die Terrassentüren zu diesen Außenbereichen sind nur etwa 180 cm hoch.

Wir haben das Glück, dass die Höhe für uns persönlich ausreicht. Für große Personen ist das aber schlicht zu niedrig.

Unabhängig davon, dass wir selbst damit klarkommen, finden wir diese Lösung fast grenzwertig. Eine Tür, durch die größere Menschen nicht normal gehen können, ist aus unserer Sicht kein kleines Komfortthema mehr. Hier hätten wir definitiv einen ausdrücklichen Hinweis erwartet.

Als Bauherr geht man schließlich davon aus, dass Türen in einem Neubau alltagstauglich geplant werden und eine übliche Durchgangshöhe haben. Man rechnet nicht damit, dass eine Tür zu Balkon oder Dachterrasse am Ende nur etwa 180 cm hoch ist.

Vielleicht gibt es auch hierfür technische Gründe. Aber wenn eine Lösung dazu führt, dass große Personen kaum vernünftig durchkommen, muss das aus unserer Sicht klar angesprochen werden. Vermutlich hätten andere Anbieter hier alternative Lösungen gefunden oder zumindest rechtzeitig darauf hingewiesen.

Das betrifft übrigens auch andere Ausführungsdetails, zum Beispiel bodentiefe Fenster ohne sichtbare Rahmen. Einige Anbieter können Fenster so ausführen, dass Rahmen optisch fast in der Wand verschwinden. Das sorgt für eine sehr moderne Optik. Solche Punkte sollte man aber frühzeitig klären.

Unser Tipp zu Türhöhen und Durchgangshöhen: Wir würden beim nächsten Hausbau gezielt nach den tatsächlichen Türhöhen beziehungsweise lichten Durchgangshöhen fragen. Denn diese sind nicht immer offensichtlich oder explizit im Plan angegeben. Besonders bei Balkon, Dachterrasse, Flachdach, Sonderkonstruktionen oder bodentiefen Fenstern sollte man das genau klären. Bei Themen, die einem besonders wichtig sind, sollte man vorab klären, was der Anbieter überhaupt leisten kann.

5. Beschattung beim Hausbau: Sonnenschutz nicht unterschätzen

Das Thema Beschattung ist beim Hausbau extrem wichtig — vor allem im Sommer. Viele Anbieter betonen, wie gut moderne Häuser gedämmt sind und wie wenig sie sich angeblich aufheizen. Unsere Erfahrung ist: Ohne gute Beschattung ist das nur die halbe Wahrheit.

Wir haben uns mit dem Thema Sonnenschutz intensiv beschäftigt und grundsätzlich Jalousien beziehungsweise Raffstores einplanen lassen. Nur im Schlafzimmer und in einem Gästezimmer wollten wir bewusst Rollos, damit wir dort komplett verdunkeln können.

Auf der Ostseite haben wir allerdings keine Jalousien geplant. Für uns war klar: Dort scheint höchstens früh morgens die Sonne. Das war im Nachhinein keine gute Entscheidung. Tatsächlich scheint auf der Ostseite bis etwa 12 Uhr und auf die Dachflächenfenster sogar bis etwa 13 Uhr die Sonne voll auf das Haus. Dadurch heizen sich die Räume stark auf.

Das Problem: Außenliegender Sonnenschutz lässt sich zwar grundsätzlich nachrüsten. Wenn Jalousien, Raffstores oder Rollläden aber nicht von Anfang an in der Wand oder im System eingeplant wurden, ist eine nachträgliche Lösung deutlich aufwendiger. Eine saubere, integrierte Optik ist später oft nur mit Zusatzkosten oder Kompromissen möglich.

Und selbst mit Beschattung heizt sich das Haus im Sommer auf. Weil moderne Häuser sehr gut gedämmt sind, bleibt die Wärme dann auch länger im Gebäude. Im Winter ist das toll, im Sommer weniger. Aus unserer Sicht sind Häuser in Massivbauweise hier im Vorteil, weil die größere Masse der Wände Wärme anders puffern kann.

Tipp: Plant Sonnenschutz nicht nur für die Süd- und Westseite. Auch die Ostseite kann im Sommer relevant sein. Am besten beobachtet ihr vorab auf dem Grundstück, wie die Sonne im Sommer zu welcher Tageszeit steht. Hier ist Eigeninitiative gefragt, denn bei uns war das kein aktiver Bestandteil der Architekten- oder Planungsleistung.

6. Garage und Grundstücksgrenze nicht parallel geplant

Ein besonders ärgerlicher Planungsfehler betrifft unsere Garage beziehungsweise unser Carport. Wir sind etwas blauäugig davon ausgegangen, dass die Garage parallel beziehungsweise lotrecht zur Grundstücksgrenze geplant ist. Entlang dieser Grenze hatten wir bereits eine Rückwand betoniert.

Später stellte sich heraus: Der Plan verläuft nicht ganz parallel zur Grundstücksgrenze. Dadurch können wir keine Standard-Fertiggarage bauen, sondern benötigen eine Individualfertigung. Und die ist natürlich deutlich teurer.

Das ist ein klassischer Fall, bei dem kleine Abweichungen große Folgen haben können. Wir haben den Plan ehrlich gesagt in dieser Hinsicht gar nicht überprüft. Erst bei der konkreten Bau-Planung der Garage fiel uns auf, dass die Wände nicht im 90-Grad-Winkel zueinander stehen.

Damit hätten wir im Leben nicht gerechnet.

Wir hatten im Vorfeld schon die eine oder andere Abweichung festgestellt. Zum Beispiel war in einem Plan eine Wand plötzlich weniger tief als in den vorherigen Plänen. Bei unserem Kellerabgang sind die Wände links und rechts leider auch nicht gleich lang. Das ist uns vorher nicht aufgefallen, weil es nur um wenige Zentimeter geht.

Trotzdem zeigt es: Man sollte Pläne wirklich sehr genau prüfen.

Tipp: Nehmt euch vor der Planfreigabe ausreichend Zeit, um Maße und Winkel zu kontrollieren. Wenn später Fertigbauteile wie eine Standard-Fertiggarage verwendet werden sollen, müssen Maße und Winkel exakt passen. Sonst wird aus einer günstigen Standardlösung schnell eine teure Sonderanfertigung.

Was wir aus unseren Hausbau-Fails gelernt haben

Viele dieser Punkte wirken einzeln betrachtet vielleicht klein. Aber beim Wohnen merkt man: Genau solche Details beeinflussen den Alltag.

Ein Fenster, das nicht richtig aufgeht. Eine Terrassentür, die den Laufweg blockiert. Eine hohe Schwelle zum Balkon. Eine zu niedrige Tür. Fehlender Sonnenschutz. Eine Garage, die wegen weniger Grad Abweichung zur Sonderanfertigung wird.

All das sind Dinge, die man als Bauherr in der Planungsphase leicht übersieht. Nicht, weil man nachlässig ist, sondern weil man mit unzähligen Entscheidungen gleichzeitig beschäftigt ist. Außerdem fehlt einem als Laie schlicht die Erfahrung.

Ein Grundriss kann auf dem Papier gut aussehen. Entscheidend ist aber, ob das Haus später im Alltag funktioniert.

Selbst schuld oder schlecht beraten?

Ganz ehrlich: Einige Punkte hätten wir selbst besser prüfen können. Vor allem bei der späteren Einrichtung hätten wir früher genauer überlegen müssen, wie Möbel, Küche, Kücheninsel, Waschbecken, Fenster und Türen zusammenspielen.

Gleichzeitig finden wir: Genau dafür hat man Fachleute an seiner Seite. Architekten, Planer und Anbieter sollten die nötige Erfahrung haben. Sie sollten wissen, welche Details später im Alltag problematisch werden können.

Deshalb hätten wir uns an manchen Stellen klarere Hinweise und bessere Unterstützung gewünscht. Denn als Bauherr kann man nur gute Entscheidungen treffen, wenn man die Konsequenzen wirklich versteht.

Unser Learning: Fragt lieber einmal zu viel nach. Gute Planer und Anbieter sollten solche Fragen nicht als störend empfinden, sondern als wichtigen Teil einer durchdachten Hausplanung.

Viele Hausbau-Fails lassen sich vermeiden — aber eben nur, bevor gebaut wird.

Unser wichtigster Tipp an künftige Bauherren lautet deshalb:

Plant nicht nur euer Haus. Plant euren Alltag darin.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert